Villa Kunterbunt

 

Pädagogisches Konzept


Unser pädagogisches Konzept: Der Situationsorientierte Ansatz


Der situationsorientierte Ansatz steht im Vordergrund unserer pädagogischen Arbeit. Der partnerschaftliche Umgang miteinander, die Vermittlung demokratischer Grundwerte, Toleranz und Gleichberechtigung bilden die Basis. Die Begleitung des Kindes in seiner Entwicklung, die Entfaltung seiner Fähigkeiten, die Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstbewusstseins und die Unterstützung seiner kindlichen Neugier sind Ziele unserer Arbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erfahren unsere ganz Kleinen, die viel Zeit zum Eingewöhnen und Wohlfühlen benötigen. Die älteren Kinder haben neben vielen Alltags-, Bastel- und Spielmaterialien auch die Möglichkeit, sich am PC, im Werkraum oder mit speziellen vorschulischen Materialen auszuprobieren.

Vor allem im Jahr vor der Einschulung werden spezielle Fördermaßnahmen und Projekte für die Kinder angeboten (Theater-AG, fein- und grobmotorische Übungen, Bewegungsangebote etc.), die ihnen Spaß machen und spielerisch ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterentwickeln.
Jedes Kind soll sich vom ersten Tag an in der Villa Kunterbunt zu Hause fühlen, denn es hat das Recht auf einen schönen Tag!


Integration – unsere pädagogischen Ziele


Transparenz über die pädagogische Arbeit, den Tagesablauf in der Einrichtung und das Konzept ermöglicht es, dass sich jede Familie von Anfang an in der Einrichtung geborgen, sicher und wohl fühlen kann. Insbesondere trifft dies auf Familien mit behinderten Kindern zu.

Die Mitarbeiterinnen fördern durch gezielte Beratung und Information der Eltern, durch Kooperation mit Beratungsstellen und therapeutischen Institutionen und durch regelmäßige Gespräche über die Entwicklung des Kindes die vertrauensvolle, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Gleichzeitig erleben alle Kinder ein selbstverständliches und gleichberechtigtes Miteinander der Unterschiedlichkeiten.

Die pädagogische Arbeit wird als individuelle Entwicklungsunterstützung gesehen, die jedes Kind an seinem jeweiligem "Standort" abholt, es begleitet, anregt, neugierig macht und Stärke entwickeln lässt. Gezielte Beobachtung ermöglicht es, den individuellen Entwicklungsstand und die Interessen und Wünsche der Kinder zu erfahren.

Das Hauptziel umfasst jedoch nicht nur das Aneignen von Wissen und Fertigkeit, sondern es geht darum, jedes Kind ganzheitlich in allen Entwicklungsbereichen zu begleiten, herauszufordern und zu fördern. In der Villa Kunterbunt leben und lernen alle Kinder gemeinsam mit- und voneinander.


Neugestaltung der Pädagogischen Konzeption (wird aktualisiert)


Zum 01. August 2016 wird sich die pädagogische Arbeit und das Konzept in unserem Familienzentrum für den Zeitraum von – zunächst - 3 Jahren von den bisherigen altersgemischten Gruppen in s.g. altershomogene Gruppen verändern.


Wieso ist diese Veränderung auf einmal Thema?

In den vergangenen Jahren, insbesondere aber im letzten Sommer, sind einige Eltern nach dem Wechsel ihrer Kinder aus den U3- in die Ü3-Gruppen an die Erzieherinnen heran getreten und haben rückgemeldet, dass ihre Kinder auch nach einigen Wochen in der neuen großen Gruppe noch nicht ganz angekommen sind.


Die Eltern vermissten parallel dazu häufig mehr Zeit für den Austausch mit den Erzieherinnen und das Kennenlernen der anderen Eltern und Familien.


Die Kolleginnen erlebten die Situation genauso, jedoch fehlte im Alltag häufig die Möglichkeit, sich darüber auszutauschen und Ideen zur Veränderung zu entwickeln.


Ein Grundsatz unserer Philosophie ist jedoch, dass sich jedes Kind und jede Familie  vom ersten Tag an in der Villa Kunterbunt wohlfühlen sollen.


Daher haben wir uns Gedanken gemacht und uns gefragt, wie wir für alle - Kinder, Eltern und Teamkolleginnen – eine optimale Lösung finden können.


weltweit existieren mehr Jahrgangsgruppen als altersgemischte Gruppen

Regel in vielen europäischen, amerikanischen und asiatischen Ländern

Kindergruppen sollen nur 10-14 Kinder enthalten

größeres Vertrauen, Sicherheitsgefühl und Wohlfühlfaktor für die Kinder durch kleine Gruppe

Aufbau sicherer Bindungen und Förderung der emotionalen Entwicklung

Gruppenwechsel für U3-Kinder kein gravierender Einschnitt mehr

individuelle Förderung u. Begleitung besser möglich > jedes Kind wird dort abgeholt, wo es steht

Personaleinsatz passt zu den Bedürfnissen der Kinder Grundfrage: WAS braucht jedes Kind?

personelle Vakanzen lassen sich leichter auffangen


Zeit / Gruppendynamik

keine Eingewöhnung u. zusätzliche Elternkontakte erforderlich > Erzieherinnen können sich gleich auf die pädagogische Arbeit mit der ganzen Gruppe konzentrieren

keine Beeinträchtigung der Gruppendynamik > kein bzw. nur selten Wechsel o. Neuaufnahmen

keine Beziehungsabbrüche, konstante Beziehungen


Gruppenstruktur

Kinder sind eher gleichrangig / gleich "stark" >  Fähigkeit zur Gestaltung des Gruppenlebens beginnt, altersentsprechend zu wachsen

Konflikte eher kognitiv, die durch Beobachten, Experimentieren, Diskutieren usw. selbst gelöst werden müssen bzw. mit Unterstützung durch die Erwachsenen

Partizipation kann altersentsprechend umgesetzt und gelebt werden


Lernen

gleich alt = ähnliche Bedürfnisse, Interessen, Kompetenzen, Entwicklungsbedarfe und (vorsprachliche) Verständigungsformen. Das Eingehen von Beziehungen, das miteinander Spielen und das gemeinsame Lernen wird erleichtert.


Kinder, die in irgendeinem Entwicklungsbereich (kurzzeitig) voraus sind, haben häufig in einem anderen Bereich noch Entwicklungsbedarf. Der jeweilige Vorsprung ist in der Regel gering, liegt meistens in der "Zone der nächsten Entwicklung" der Gleichaltrigen. Der nächste  Entwicklungsschritt kann daher besonders leicht nachvollzogen werden (Kinder lernen besser, wenn die jeweilige Entwicklungsaufgabe nur minimal über ihrem derzeitigen Kompetenzniveau liegt und sie sich an etwas kompetenteren Kindern orientieren können.)


Das Spiel / Soziales Lernen

Kleinkinder spielen am liebsten und häufigsten mit Gleichaltrigen


mehr "ideale" Spielkameraden, weniger Unter- bzw. Überforderung


Gleichaltrige spielen eigenaktiv und entwickeln ihr Spiel zu komplexeren Formen weiter, weil ältere Kinder den Fortgang des Spiels nicht bestimmen


Gleichaltrigen sind somit selbst gefordert, neue Spielideen einzubringen und Konflikte gemäß ihres Entwicklungsstandes zu lösen


die Kinder lernen, die eigenen Wünsche und Interessen einzubringen und die Absichten der anderen zu verstehen.


Aufgrund ihrer Gleichrangigkeit sind ihre Ideen und Vorstellungen gleich viel wert und aufgrund des ähnlichen Entwicklungsstandes für den Spielpartner auch gut verständlich.


(Lern-) Erfahrungen mit jüngeren oder älteren Kindern erfolgen wie bisher: einerseits ungeplant durch gemeinsame Freispielzeit im Außengelände und in gemeinschaftlich genutzten Räumen, andererseits geplant durch die gelegentliche Öffnung der Gruppen mit gezielten Angeboten für altersgemischte Kleingruppen


Raumgestaltung

Möbel, Spielsachen und Materialien sind altersentsprechend

keine Übermöblierung und Überfüllung des jeweiligen Gruppenraums, da nicht mehr die Bedarfe von drei Jahrgängen abgedeckt werden müssen

altersspezifische Spielsachen, größere Auswahl und damit mehr Lernanreize

Ausstattung und Materialauswahl entsprechen genau den besonderen Bedürfnissen und Spielgewohnheiten der jeweiligen Altersgruppe.


Bildungsangebote

leichtere und individuellere Förderung möglich

vergleichbarer Entwicklungsstand > dieselben Spiele, Experimente, Lieder, Geschichten, Bücher, Bewegungsangebote, kreative Angebote u.a.

Gespräche u. Diskussionen auf demselben Niveau, derselben Sprachebene und im Rahmen derselben Kommunikationsfähigkeit

Anreize alters- und entwicklungsentsprechend


Auswirkungen auf die Fachkräfte

stärkere Bindung / Beziehung an das jeweilige Kind

intensivere und persönlichere Beziehung zu den Eltern

mehr Zeit für jedes Kind

keine Eingewöhnungszeit mehr notwendig > pädagogische Arbeit kann sofort zum neuen KITA->Jahr beginnen

konstante Bezugsperson über mehrere Jahre

altersentsprechende Gestaltung des Gruppenlebens

Organisation des Alltags leichter

jedes Kind kann noch besser da abgeholt werden, wo es steht

Entwicklungsverzögerungen u.a. können schneller u. leichter festgestellt werden

besondere Kompetenzen u. Begabungen ebenso

individuellere Förderung besser möglich

kürzere Vorbereitungszeit

Zusammenarbeit mit der Schule leichter u. besser möglich

geringere Belastung > Erhaltung der Gesundheit


Auswirkungen auf die Eltern

Bedingungen u. Voraussetzungen für Eingewöhnung ideal

kein Wechsel der Bezugspersonen

längerfristige Beziehungen zu den Erzieherinnen

persönlicherer und intensiverer Austausch mit den Erzieherinnen

ähnliche Fragen und Interessen

Planung von Angeboten u. Veranstaltungen für Eltern bzw. Eltern u. Kinder auf Gruppenebene sind leichter

bessere Strukturen für Kooperation untereinander

Engagement für die eigene Gruppe und die gesamte Einrichtung (ggf.) höher

Vorbereitung auf die Schule leichter

aber wir möchten nicht

ver-„schulen“


Fazit: altershomogene Gruppen mit 10 bis 14 Kindern…

sind individuell, Kind-zentriert und Kind-gerecht

sind für den Austausch und die Beziehung zu den Eltern ideal

entsprechen eher dem europäischen Standard

unterstützen unsere Philosophie des Bezugserzieher-Systems

Ansprechpartnerin:




Christiane Keller

Leiterin

 

Familienzentrum

Villa Kunterbunt

Carl-Miele-Straße 216–218  

33335 Gütersloh


Telefon +49 (0) 52 41-70 31 83 

Fax +49 (0) 52 41-99 89 65

> christiane.keller@bertelsmann.de

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